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Montag, 27. Juli 2015

Donnerstag, 23. Juli 2015

Mittwoch, 22. Juli 2015

Zwielicht

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Zu Zeiten des Zwielichts ist es ratsam, die Ohren zu spitzen, die Augen offen zu halten, dem Bauchgefühl Aufmerksamkeit zu schenken, alles zu hinterfragen, insbesondere aber keinem Rat zu folgen.

Sonntag, 7. Juni 2015

Skoliosegeschichte / Warum ich meinen Korsetts keine Namen gab

Für eine Zwölfjährige, die ohnehin von zermürbenden Selbstzweifeln geplagt ist und sich regelmäßig wünscht, im Erdboden zu versinken, kann eine solche Diagnose zum Horrorszenario werden: "Du hast eine starke Skoliose von 42°. (Wie genau das gemessen wird, kann man hier nachlesen.) Du brauchst ein Korsett. Wenn du es nicht mindestens 23 Stunden täglich trägst, wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit noch schlimmer, dann müssen wir deinen Rücken aufschneiden und dir mehrere Metallstangen einbauen. (Kurzum: Mach, was wir dir sagen, sonst wirst du dich für den Rest deines Lebens nicht mehr frei bewegen können.)"

Von heißen Gipsabdrücken über etliche Röntgenaufnahmen bis hin zu stundenlangen Besuchen der orthopädischen Abteile verschiedener Krankenhäuser habe ich alles über mich ergehen lassen - Es ging immerhin um die Schönheit meines weniger entzückenden Rückens und um mögliche Schmerzen und Atemprobleme in ferner Zukunft. -, um die darauffolgenden Wochen, Monate und sogar Jahre mit abgeklemmten Nerven im schwitzigen Wegbegleiter zu verbringen und eine verheulte Nacht nach der anderen wach zu liegen.

Korsetts

Zuvor hatte ich in diversen Foren und weniger hilfreichen Ratgebern wie "Ich habe Skoliose" von Erfolgsgeschichten gelesen, von Mädchen, die ihrem Korsett liebevoll den Namen Hartmut gaben und dankbar dafür waren, dass ein pubertärer Junge sich erbarmte, sich trotz des zur Unkenntlichkeit verkrüppelten Körpers ihren Freund zu nennen. Mir blieb all das ein unergründliches Rätsel. Mein Korsett kam nicht mit mir ins Bett und nach der Schule landete es in der hintersten Ecke meines Zimmers. Die Krankengymnastik war um einiges zusagender, nach einer Weile hieß es jedoch, es sei nicht genug. Irgendwann stießt ich glücklicherweise auf einen ein Fitnessstudio betreibenden Heilpraktiker, der mich vom Plastikgehäuse erlöste und mir nur noch Behandlungen und Krafttraining verschrieb. Die drei Korsetts, die für eine unglaubliche Menge Geld individuell für mich angefertigt worden waren, landeten also hoch oben auf dem Schrank (Jetzt liegen sie gerade in der Wertstofftonne, wo sie morgen hoffentlich abgeholt werden.) und ich ging von da an dreimal die Woche trainieren.

Mit fünfzehn folgte aufgrund des Auslandsaufenthalts eine einjährige Pause. Inzwischen bin ich siebzehn und habe den Vertrag vor Kurzem gekündigt. Der Sport hat mir mit Sicherheit sehr geholfen und dem Heilpraktiker bin ich für seine lehrreichen Exkurse, Aufmunterungen und (der Chiropraktik bzw. Manualtherapie entsprechenden) Behandlungen wirklich dankbar. Einige Termine bei einer achtzigjährigen Feldenkraislerin (Eine einfache Beschreibung des Begriffs ist hier zu finden.) brachten mich allerdings erneut ins Grübeln. Im Fitnessstudio achtete ich also auf mein Gefühl und stellte fest, dass mir sowohl Training als auch regelmäßiges Einrenken mittlerweile zu grob geworden sind und zudem gegen akute Blockaden gar nicht mehr helfen. Wie die Dame mir erklärte, ist es auch eher destruktiv, Wirbel und Gelenke ständig auseinander zu ziehen, weil dadurch jedes Mal einige Fasern der umgebenden Muskulatur reißen würden.

Momentan hopse ich einfach durch den Garten, fahre Fahrrad und mache ab und zu Yoga. Vielleicht schaue ich mal in einem Studio vorbei. Meinem Rücken geht es erstaunlich gut, Freundinnen höre ich jedenfalls viel häufiger über Schmerzen klagen, und der Rückenbuckel kann mir gar nichts ab. Zwei Dinge habe ich in den vergangenen fünf Jahren auf mal mehr, mal weniger schmerzvolle Weise gelernt: (1) Jeder meint zu wissen, was für deine Gesundheit am besten ist, aber was du eigentlich brauchst, das weißt nur du. (Dass sich dies auch auf alle anderen Bereiche des Lebens bezieht, muss ich wohl noch verinnerlichen.) (2) Jeder Körper ist ganz besonders. Ja, sogar ein krummer Rücken kann entzücken, genau wie ein ebener Rücken, schiefe Zähne, gerade Zähne, lange und kurze Beine, Monobrauen, keine Brauen, dellige Pos, straffe Pos, dünnes und dickes Haar, kräftige Waden, schlanke Waden, knubbelige und feingliedrige Füße, Pausbacken und eingefallene Wangen.

Allen Skoliotiker(inne)n und Angehörigen kann ich nur allzu wärmstens empfehlen, sich außerhalb des ärztlichen Angebots umzuschauen, eine Operation mehr als ausreichend zu überdenken und nicht den Mut zu verlieren. Falls es im Erwachsenenalter zu schweren Einschränkungen der Lungenfunktion kommen sollte, gibt es bestimmt auch dann noch Eingriffsmöglichkeiten und bis dahin ist es meiner Meinung nach am sinnvollsten, ganz sanft und vorsichtig an die Sache ranzugehen, denn Körper und Seele eines Jugendlichen haben schon genug zu kämpfen.
Alle von Rückgratverkrümmungen der Mitmenschen Faszinierten bzw. Befremdeten bitte ich, wie sonst auch wahrhaft interessiert und liebevoll mit den Betroffenen umzugehen oder die komische "Fehlstellung" diskret und freundlich zu ignorieren.

Rücken

Samstag, 6. Juni 2015

Erste Ernte

In den vergangenen Monaten, die heimlich, still und leise an diesem Blog vorbeizogen, ist im Garten (während es auf meinem Kopf aus einer Laune heraus eher kahl zuging) so einiges gewachsen...

Spinat #2Spinat #1
Spinat, der bereits in Form von Smoothie, Salat und Quiche verzehrt wurde,

Zwiebel


Zwiebeln, die in Bälde ebenfalls ihren Weg aus der Erde finden werden,

Walderdbeeren

Walderdbeeren, ganz frisch und süß von der Wiese,

Bohnen
Bohnen, denen der Kampf gegen die Schnecken am schwersten fiel - Bisher halfen nur Plastikflaschenschutz und Bierfallen, aufgrund deren ich mich nun wohl weder umweltfreundlich noch vegan nennen darf. -,

Salbei
Salbeiblüten
und Salbeiblüten, die fein schmecken und hübsch aussehen. Nicht abgebildet: Wildkräuter (Giersch, Labkraut, Knoblauchrauke und Brennnessel), Holunderblüten, Stachelbeeren, Liebstöckel, Zucchini, zwei Erdbeeren und einige Kirschen. Auch außerhalb der eigenen vier Zäune ging das Leben weiter. Inzwischen neigt sich ein weiteres Schuljahr dem Ende zu und das allerletzte rückt immer näher. Für manch eine(n) mag das beängstigend oder traurig sein, ich werde mich riesig freuen und drei Kreuze machen.